Evil Knievel
Heike Jobst
Peggy Meinfelder
Bankleer
Ken Brown
Edith Plattner
Georg Schatz

Eröffnung: 15.4.2011 ab 19.00 Uhr
Ausstellung: 16.4.- 8.5.2011
Geöffnet:
16. und 17. April 12-17 Uhr
07. und 08. Mai 12-17 Uhr
und nach Absprache

Unter der prägnanten These “L’ÉTAT C’EST MOI” präsentiert der Kunstraum Gebrüder Positionen,die sich auf je sehr eigene Weise mit der Konstruktion, Fiktion und Verzahnung individueller, sozialer und staatlicher Identität (en) beschäftigen.
Während Evil Knievel durch affirmative Strategien der Verunsicherung an den Schnittstellen von Performance/Video/Appropriation geläufige Bilder und Codes westlicher, konkret amerikanischer Mythen zur Diskussion stellt, inszeniert Heike Jobst in ihren Installationen, Filmen und Zeichnungen mögliche Zustände des Subjekts, wie es sich (selbst) im Raum wahrnimmt, präsentiert und dabei von außen wahrgenommen wird. Es dreht sich demnach vieles um Bühnen, Vorhänge, Projektionen, Verkleidungen und Spiegelungen.
Politisch-historische Kontingenz und die punktuelle Verzahnung des biografischen Ich mit staatlicher Geschichtsschreibung thematisiert, mit meist dokumentarischer Akribie, Peggy Meinfelder. Indem die Künstlerin (für den Betrachter nicht immer auf Anhieb erkennbare) contra-faktische Details einschleust, weisen die im Bereich der Konzeptkunst anzusiedelnden Arbeiten inhaltlich weit über ihre dokumentarische Form hinaus.
Bankleer reflektieren in ihren am historischen Situationismus geschulten, medial heißen Interventionen individuelle und gesellschaftliche Aggregatzustände postfordistischer und postkommunistischer Lebenswirklichkeiten: Das hast du davon, der Staat bist jetzt Du!
Die Mittel der Appropriation, halb dokumentarischen Bild-Text-Montage und stilsicheren Illustration dienen Ken Brown, um in hintergründig-humorvollen, assoziationsreichen Arbeiten Aspekte der Institutionskritik und Identitätspolitik zu verhandeln.
Weniger politisch geht es, auf den ersten Blick, bei Edith Plattner und Georg Schatz zu. Doch auch bei diesen weniger konzeptuell als vielmehr eng am und mit dem künstlerischen Material (Farbe, Form) zwischen Figuration und Abstraktion arbeitenden Künstlern lassen sich durchaus Analogien zu utopischen Fragestellungen ziehen: Welcher Inhalt (Ich) verdient welche Form (Staat)?

FP für Gebrüder