Nina Annabelle Märkl provoziert den Betrachter, fordert ihn zum genauen Sehen, weist ihn zurück, um ihn kurz zu belohnen, führt ihn auf Abwege und gibt dem Betrachter die Lust an einer Welt, die geboren wird aus dem Schatten seiner Wahrnehmung.

Angesichts seiner radikal antiklassischen Material-Ehrlichkeit wirkt Richters Verweis auf die Tradition überraschend. Die Botschaft ist unmissverständlich: Historisch gewordene Formen können nicht einfach wiederholt werden, unsere von klassischer Idealität denkbar weit entfernte Gegenwart braucht keine nachgemachten antiken Formen.